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theater- und mediengesellschaft lateinamerika e.V.
Die Theater- und Mediengesellschaft stellt sich vor
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Die Theater- und Mediengesellschaft stellt sich vor

Weltpolitik und Kulturpolitik gehen nicht selten Hand in Hand. Reagiert doch unser Interesse an "fremden Kulturen" häufig unmittelbar auf aktuelle Konflikte. Dem Krisenherd hier, dem Jahrestag da folgen dann einmalige Ausstellungen oder Festivals, meistens ohne weiterreichende Resonanz.

Interkulturelle Arbeit gegen den Trend
Diesem Trend setzt die "Theater- und Mediengesellschaft Lateinamerika e.V." seit 1988 eine kontinuierliche kulturelle Zusammenarbeit mit Theaterschaffenden aus den Ländern Lateinamerikas entgegen. Die von ÜbersetzerInnen, DramaturgInnen und TheaterwissenschaftlerInnen gegründete Privatinitiative will interkulturelle Vermittlungsarbeit leisten und das Theater Lateinamerikas in Deutschland ins Gespräch bringen.

Obwohl so gut wie jedes Land in Lateinamerika eine lange, lebendige und gesellschaftlich wirkungsvolle Theatertradition kennt, ist gerade das Theater ein anfälliger "Kulturimport". Im Vergleich zur Literatur, zur bildenden Kunst oder zur Musik findet es nur schwer Promotoren auf dem internationalen Kunstmarkt. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Kosten, die mit seinem Transport verbunden sind.

Aber auch die Dramatik aus Lateinamerika ist in Deutschland bislang im Gegensatz zur Prosa von einer Isabel Allende oder einem Gabriel García Márquez so gut wie unbemerkt geblieben. Verlage erklären sich nur zögernd bereit, lateinamerikanische Theaterstücke in ihr Programm aufzunehmen. Noch seltener gelangen die Stücke auf deutschen Bühnen zur Aufführung.

Vielfältige Aktivitäten
Diesen Tendenzen will die Theater- und Mediengesellschaft Lateinamerika entgegen wirken. Zu ihren vielfältigen Aktivitäten gehören Konferenzen und Tagungen, Übersetzungen und Buchpublikationen, Festivalberatungen, Lesungen, Seminare, Vermittlung von Theatertexten und Hörspielmanuskripten an Verlage, Theater und Rundfunkanstalten; theaterwissenscahftliche Forschung und Lehrtätigkeit sowie der Aufbau einer Spezialbibliothek am Romanistischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kompetenz und überzeugende Projekte
Die Gesellschaft wird nicht institutionell gefördert. Sie ist allein auf die Kompetenz ihrer Mitglieder und die Überzeugungskraft ihrer Projekte angewiesen, um für die Realisierung ihrer Vorhaben Mittel zu finden. Partner waren bisher das Internationale Theaterinstitut (ITI), das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, die Dramaturgische Gesellschaft, das Iberoamerikanische Institut Berlin, verschiedene Theater und Rundfunkanstalten, Universitäten, Verlage und Theaterzeitschriften.

Ein Wort zum Schluss
Wir können nur über das Theater sprechen, das wir kennen. In Lateinamerika gibt es allemal Theater: freies Theater, engagiertes Theater, Nationaltheater, anspruchsvolles Theater, sehenswertes Theater... und ein sehr interessiertes Theaterpublikum. Wir meinen, es lohnt sich, über dieses Theater zu sprechen. Und wir setzen uns dafür ein, dass das Theater in Lateinamerika ein Teil "unseres Diskurses" über das Theater wird.

Prof. Dr. Kati Röttger, Vorsitzende der Theater- und Mediengesellschaft Lateinamerika e.V.